Mit der Initiative D2030 haben wir zwischen 2016 und 2018 ein umfassendes Set von möglichen (positiven wie negativen) Zukunftsszenarien für »Deutschland 2030« entwickelt. Diese Szenarien bildeten die Grundlage für zahlreiche gesellschaftliche, politische und wissenschaftliche Diskurse über die langfristige Entwicklung unseres Landes.
In den Jahren 2023 und 2024 haben wir mit dem Folgeprojekt »Neue Horizonte 2045« diesen Zukunftsraum gezielt weiterentwickelt – diesmal mit dem Fokus auf die als wünschenswert bewerteten Zukunftsbilder. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt: »Was könnten wir wollen?« Dazu wurden sieben Zielszenarien erarbeitet, die zeigen, wie ein klimaneutrales, wirtschaftlich stabiles und sozial gerechtes Deutschland im Jahr 2045 aussehen könnte.
Aktuell stellen wir aber fest, dass rechtspopulistische Einstellungen und Narrative auch in Deutschland an Einfluss gewinnen – nicht nur an den politischen Rändern, sondern zunehmend auch in der gesellschaftlichen Mitte. Sie stellen liberale Institutionen infrage, spalten Gesellschaften und schwächen die internationale Kooperation. Auch in Europa und Deutschland wächst der Druck auf die offene, pluralistische Demokratie. In vielen Ländern zeigt sich, wie schnell demokratische Kultur erodieren kann, wenn Misstrauen, Vereinfachung und Feindbilder den öffentlichen Diskurs bestimmen.

Mit der Initiative »D2030« fördern wir Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt, indem wir Szenarien entwickeln, die strategische Dialoge unterstützen. Höchste Zeit also, sich auch des Themas „Rechtspopulismus“ intensiver anzunehmen. Unsere neue Studie „Alte Grenzen – neue Gefahren 2035“ geht dabei über die aktuellen Diskussionen hinaus und stellt verschiedene, systematisch entwickelte Zukunftsszenarien in den Mittelpunkt: Wie könnte Deutschland 2035 aussehen, wenn der rechte Rand noch stärker wird? So werden mögliche Zukunftspfade und Kipppunkte sichtbar. Aus den Szenarien wird schließlich abgeleitet, was heute getan werden sollte, um unsere liberale Demokratie langfristig zu sichern.
Die Studie versteht sich ausdrücklich als Arbeitsgrundlage für Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Bildungsakteure. Ziel ist es, den Diskurs über Rechtspopulismus zu erweitern, Handlungsspielräume aufzuzeigen und langfristige Strategien zur Stärkung der demokratischen Resilienz zu ermöglichen.

In Ergänzung unserer visionären Zielszenarien „Neue Horizonte 2045“ entstand das Projekt „Alte Grenzen – Neue Gefahren 2035“, das sich dezidiert mit einer negativen Seite des Zukunftsraums beschäftigt: der Bedrohung unserer freiheitlich-demokratischen Ordnung durch rechtspopulistische und rechtsextremistische Kräfte. Wir wollten wissen: Welche regressiven Entwicklungspfade sind denkbar? Wie könnte die Erosion demokratischer Strukturen aussehen? Wo verlaufen die Kipppunkte, an denen sich Demokratie in Autoritarismus verwandeln könnte?
Um diese Fragen zeitnah und pointiert zu beantworten, hat die Initiative D2030 in einem systematischen Prozess acht Szenarien entwickelt, die in dieser Studie vorgestellt werden. Sie skizzieren, welchen Einfluss regressive Kräfte in Deutschland in den kommenden Jahren bekommen und inwieweit sie politisches Handeln prägen könnten.
Getreu unseres Open Source-Prinzips können der Studienreport sowie weitere Zusatzmaterialien hier kostenlos heruntergeladen werden:
Wir freuen uns über Feedback und Austausch zur Studie!
Kontakt zu den Autor:innen der Studie:
Dr. Alexander Fink, E-Mail: fink@d2030.de
Klaus Burmeister, E-Mail: burmeister@d2030.de
Hanna Rammig, E-Mail: rammig@d2030.de
Beate Schulz-Montag, E-Mail: schulz-montag@d2030.de